Jugendsprache - Umgang mit dem Sprachgebrauch von Jugendlichen (241-50808)

Jugendsprache ist ein etablierter Forschungsgegenstand der Sprachwissenschaft, genauso häufig ist sie aber auch immer wieder kontrovers diskutiertes Thema in der Öffentlichkeit.
Während Zeitungen regelmäßig titeln und (Groß-)Eltern, Lehrkräfte und Pädagogen klagen, dass Jugendliche heutzutage doch gar nicht mehr richtig sprechen und schreiben könnten
(und dabei immer wieder der so sehr gefürchtete Sprachverfall heraufbeschworen wird), beschreibt die Sprachwissenschaft den Sprachgebrauch von Jugendlichen als ein Phänomen, das - wie Sprache generell - Wandlungsprozessen unterliegt, sich
also immer wieder verändert. Was unter Jugendlichen gestern sprachlich noch in war, kann morgen schon wieder out sein.
Für die Praxis ergibt sich für pädagogische Fachkräfte die Frage, wie sie die sprachliche Realität von Jugendlichen, die manchmal unhöflich und grob scheint und vom eigenen Sprachgebrauch vermeintlich abweicht, in ihrer täglichen Arbeit in Schule und
Freizeiteinrichtung besser einschätzen können. Der Workshop möchte, auf Grundlage fachlicher Fundierung für die sprachliche Vielfalt sensibilisieren, mit der Jugendliche täglich in verschiedenen Kommunikationssituationen jonglieren (lernen müssen), sei es in der Schule, in der Freizeit, in der Freundesgruppe, innerhalb der Familie oder in verschiedenen offiziellen Alltagssituationen (z.B. beim Arzt oder in der Behörde). Wir wollen Vorurteile gegenüber Jugendsprache abbauen und gemeinsam Ideen für die tägliche Arbeit in der Jugendeinrichtung und Schulbetreuung erarbeiten, indem wir Jugendliche als Expert/-innen für ihren Sprachgebrauch betrachten.

ZIELE Überblick über Merkmale und Funktionen von Jugendsprache
• Einblick in Methoden und Ergebnisse der empirischen Jugendsprachforschung • Überblick über die fachliche Einordnung von Jugendsprache in Abgrenzung zur öffentlichen, medialen Wahrnehmung und Vermarktung von Jugendsprache • Abbau von Vorurteilen gegenüber Jugendsprache • Ideenentwicklung für die eigene Praxis in der Jugendarbeit

VERMITTLUNGSFORMEN Fachlicher Input • Reflexion und Diskussion • Gruppenarbeit • Projektentwicklung

Referentin: Dr. Diana Walther, wissenschaftliche Mitarbeiterin Institut für Germanistik, Universität Leipzig

Zielgruppe: pädagogische Fachkräfte in der Jugendarbeit und Schulbetreuung

Leiter/in: Diana Walther
Termin: 10.07.2024, 09:00 - 16:30 Uhr
Gebühr / Person: 290,00 € (ermäßigt: 152,50 €)
Anzahl Plätze: 10 (maximal) / 8 (minimal)
Raum:
Nordbau - Seminarsaal (Lageplan)

Ort:
Dieter-Kaltenbach-Stiftung
Konrad-Adenauer-Str. 22
79540 Lörrach