Oberbadisches Volksblatt vom 21.04.2009
Wichtiger Baustein der Prävention

Dieter Kaltenbach-Stiftung übernimmt Schulsozialarbeit in Steinen / Gemeinde trägt die Kosten
Von Harald Pflüger Steinen. Die Dieter Kaltenbach-Stiftung übernimmt noch vor den Sommerferien die Schulsozialarbeit am Schulzentrum Steinen. Bürgermeister Rainer König bezeichnet dies als einen wichtigen Baustein der Prävention.
König sagte bei einem Pressegespräch im Schulzentrum, dass sich die Gemeinde intensiv mit dem Thema Schulsozialarbeit befasst und der Finanz- und Verwaltungsausschuss für diese sinnvolle und wertvolle Einrichtung rund 25 000 Euro bewilligt habe. Für König ist Schulsozialarbeit ein wichtiger präventiver Baustein.
Dass allerdings nur Brennpunktschulen in den Genuss von Fördermitteln kommen, ist für das Gemeindeoberhaupt nicht nachvollziehbar, schließlich ist das Schulzentrum Steinen mit über 1 000 Schülern (viele davon von auswärts) die größte Grund-, Haupt- und Realschule im Regierungsbezirk Freiburg. Wo ein Brennpunkt ist, sieht man erst, wenn es zu spät ist, so König.
Rektor Wolfgang Klingenfeld freute sich, dass die Gemeinderäte das vom Schulzentrum in Abstimmung mit dem Elternbeirat eingereichte Gesuch mit Wohlwollen behandelt und im Sinne der Schule entschieden haben. Sowohl Schul- als auch Gesamtlehrerkonferenz hätten hinter diesem Antrag gestanden.
Aufgabe des Schulsozialarbeiters wird es sein, Kindern und Jugendlichen, die sich in schwierigen Situationen befinden, helfend die Hand zu reichen. Die individuelle Betreuung von Kindern mit Biographiebrüchen, räumte Klingenfeld ein, habe die Schule bisweilen überfordert. Aufgrund der offenen Ganztagsschule entwickle sich das Schulzentrum immer mehr zum Lebensmittelpunkt von Schülern. In Abstimmung mit der Gemeinde habe sich die Schule für die Dieter Kaltenbach-Stiftung als kompetenten Partner (König) entschieden, so Klingenfeld. Diese übernahm bereits die Schulsozialarbeit in Efringen-Kirchen.
Joachim Sproß, Geschäftsführer der Stiftung, erläuterte das Aufgabenfeld der Schulsozialarbeit, die sich von der reinen Wissensvermittlung der Schule abhebt. Dazu gehört auch die Vermittlung sozialer Kompetenz. Mit der Schulsozialarbeit in Steinen wurde Tobias Hohenstatter, ein langjähriger Mitarbeiter der Dieter Kaltenbach-Stiftung, betraut. Hohenstatter ist Erzieher mit Zusatzausbildung und laut Sproß eine gute personelle Besetzung.
Vorgesehen ist eine tägliche Präsenz von drei bis fünf Stunden, außer dienstags. Schulsozialarbeit bedeutet auch Arbeit außerhalb des Schulgebäudes und der Schulzeiten, so Sproß. Ein Büro mit Beratungszimmer wird im Mittelbau des Schulzentrums eingerichtet. Für Gruppen steht ein weiterer Raum zur Verfügung.
Für Rektor Klingenfeld ist eine Kooperation zwischen Schul- und Sozialpädadogen ebenso wichtig wie eine Vernetzung von Schule, Jugendpflege und VHS als Anbieter des Nachmittagsangebots der offenen Ganztagsschule.
Bürgermeister König erinnerte in diesem Zusammenhang an den bereits existierenden runden Tisch und Rektor Klingenfeld an die gute Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizei in Sachen Gewaltprävention. Mit Alexander Schmidt verfügt der Posten Steinen nämlich über einen Jugendsachbearbeiter. Hervorgehoben wurde beim Pressegespräch auch die atmosphärisch gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Gemeindeverwaltung, die weiter gepflegt werden soll (König).
KURZINFO
Schulsozialarbeit kann allgemein als eine Kooperation von Jugendhilfe und Schule bezeichnet werden. Sie soll einer Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen sowie ihrer individuellen und sozialen Entwicklung dienen.






