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Streetwork ist nicht planbar“

Auf einem Streifzug mit der mobilen Jugendarbeit der Dieter-Kaltenbach-Stiftung in Lörrach

Von Stefanie Funkat
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Viele kennen sie aus dem Fernsehen, Sozialarbeiter, die etwa durch Berlin oder Frankfurt ziehen, umJugendlichen ihre Hilfe anzubieten. Jugendarbeit ist aber nicht nur in Großstädten ein Thema. In Lörrach besteht die Mobile Jugendarbeit der Dieter-Kaltenbach-
Stiftung schon viele Jahre. Stefanie Funkat begleitete
die Sozialarbeiter Jan Funke und Jakob Rüttnauer bei ihrer Arbeit. Zweimal in der Woche
sitzen Jan Funke und Jakob Rüttnauer in ihrem Bulli, um
die wichtigsten Lörracher Stationen anzufahren, an denen
sich Jugendliche aufhalten. Was sie an ihrem Arbeitstag
erwartet, wissen beide nicht genau. „Das ist einfach nicht planbar“, heißt es. Und so fahren sie zunächst knatternd von der Dieter-Kaltenbach-Stiftung
durch Lörrach-Stetten. Im Schlepptau: Praktikant Tobi
Antonicelli. Zielstrebig lenkt Funke das alte Gefährt in Richtung Rosenfelspark.
Beliebte Treffpunkte für Jugendliche gibt es viele.

Jan Funke arbeitet bereits seit sechs Jahren in der Mobilen Jugendarbeit. Die
Stationen kennt er aus dem Effeff. Häufig folgt er Hinweisen
der Stadtverwaltung, die sich auf Anwohnerbeschwerden
beziehen. Die Mobile Jugendarbeit richte sich vor allem an
Jugendliche im Alter von 15 bis 20 Jahren, die sich mit dem „Abhängen“ auf öffentlichen
Plätzen die Zeit vertreiben und mit mannigfaltigen persönlichen Problemen und
Schwierigkeiten in Schule, Familie und anderen Lebensbereichen
belastet seien, geht aus den Erklärungen der Sozialarbeiter hervor. „Oft ist
dabei auch Alkohol im Spiel“, erklärt Rüttnauer.

Am Rosenfelspark ist heute niemand anzutreffen und so geht es weiter vorbei am
Sportplatz der Eichendorffschule in Richtung Brombach. Was sehr nach Streifefahren
klingt, hat wenig damit zu tun. „Das Interesse der Jugendlichen steht ganz klar
im Vordergrund“, betont Funke. Die Mobile Jugendarbeit richtet sich an
15- bis 20-Jährige
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Die aufsuchende Jugendarbeit - auch „Streetwork“ bekannt
- ist dabei nur ein Baustein ihrer Tätigkeit. „Hier geht es zunächst darum,
einen Kontakt herzustellen“, so Funke. Als Vermittler vertreten sie aber auch
die Interessen der Jugendlichen gegenüber Ämtern und Behörden. In der so genannten
Einzelfallhilfe setzen sich die Sozialarbeiter mit individuellen Problemen auseinander
und unterstützen etwa beim Bewerbungen schreiben. Da gerade die Freizeitgestaltung
zu einem Manko zählt, wird die Mobile Jugendarbeit auch hier aktiv.
Spontane Aktionen, wie zum Beispiel die Einladung
zum Pizzabacken oder der Aufbau eines Tisch-Kickers
seien beliebt, sagt der langjährige Sozialarbeiter, der die
Autofahrt von Brombach über den Bühl wieder in
Richtung Lörrach fortsetzt. „Viel ist heute nicht los“, heißt es und so entscheiden
sich die Sozialarbeiter zu einem Streifzug durch die Innenstadt. Jan Funke ist
kein unbekanntes Gesicht, hier und da wird er gegrüßt und lässt sich von Jugendlichen
auf den neuesten Stand bringen, wie es beruflich und privat aussieht. Der enge
Kontakt zu den jungen Erwachsenen sei wichtig, weiß Rüttnauer. Nur so können die
Belange ermittelt und Lösungen gefunden werden.
Bestes Beispiel ist der Aichelepark - die letzte Station, die die Sozialarbeiter an diesem
Nachmittag aufsuchen. Hier habe es vor einiger Zeit Beschwerden über Jugendliche
gegeben, die sich tagsüber im gesamten Park aufhielten und mit rasanten
Rollerfahrten und Alkohol für Aufsehen sorgten. Zudem schleppten sie Bänke zu ihrem
Treffpunkt. Die Sozialarbeiter suchten den Kontakt und konnten erfolgreich vermitteln.
Die Jugendlichen bekamen einen festen Platz im Park zugewiesen, der mit von
der Stadt gesponserten Bänken und Mülleimern versehen
wurde. Im Gegenzug erklärten sich diese bereit, nicht den gesamten Park zu
vereinnahmen. Aber auch auf ihrer letzten Station finden die Sozialarbeiter
heute keine Jugendlichen vor. Vermutlich ist es einfach zu kalt. „Wie gesagt,
unsere Tag ist nicht planbar“, schmunzeln die drei und treten ihren Heimweg an.


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