"DIE OBERBADISCHE" vom 27.8.2009

Langeweile hat hier keine Chance

Ferienbetreuung für Kinder und Jugendliche kann sich sehen lassen
Lörrach (hau). Die Ferienbetreuung für Kinder und Jugendliche in Lörrach kann sich sehen lassen. Darin waren sich die Vertreter der Stadt einig, als sie mit der Presse gestern Stationen zum Thema abradelten: zum einen die Kaltenbach-Stiftung, zum anderen den SAK mit seinem Domizil im Alten Wasserwerk. Doch trotz aller Quantität und Qualität: Aufgrund der großen Nachfrage strebt die Stadt mittelfristig eine Erhöhung der Betreuungsplätze an. Die Frage der Finanzierung aber bleibt zu diskutieren.
Dass das Angebot der beiden freien Träger bestens angenommen wird, belegen die Zahlen: Beim SAK ist mit Erscheinen des Ferienprogramms mit seinen wochenweise themenspezifischen Angeboten sogleich alles ausgebucht. Und bei der Kaltenbach-Stiftung, die diese Ferien 60 Kurse unter dem Motto: „Schluss mit Langeweile“ anbietet, sind ebenfalls fast alle gut besucht.
Dass das Thema Kinderbetreuung zunehmend Konjunktur hat, werde auch durch diese Zahlen bewiesen. „Der Bedarf ist in den letzten Jahren aber deutlicher und aktueller geworden“, so Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm auf der Info-Tour. Die Stadt bezuschusst die Programme der beiden Träger mit 50 000 Euro.
Die erste Station war die Kaltenbach-Stiftung in Stetten. Die Bandbreite der hier angebotenen Kurse reicht von Science Lab über Trommeln, Töpfern und Zaubern bis zur Clownschule. Außerdem gibt es unabhängig davon ein offenes betreutes Angebot von 7.30 bis 17 Uhr (drei Euro), auch ein Mittagessen kann geordert werden (2,50 Euro). Ein ideales, flexibles Angebot, das besonders viele Alleinerziehende oder Berufstätige nutzen, so der Leiter Joachim Sproß. „Nachfrage und Angebot sind hier im Lot. Bis jetzt wurden diese Ferien bereits insgesamt 2000 Kinder betreut.“
Der SAK wiederum bietet von 10 bis 16 Uhr für jeweils 35 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren Wochenprogramme wie „Abenteuer am Fluss“ oder „Künstler in Aktion“, die von fünf Kräften fachgerecht betreut werden. Dabei sollen sich die Kinder intensiv mit einem Thema auseinandersetzen. Außerdem betont SAK-Leiter Jürgen Wiesenhütter den gesamtgesellschaftlichen Nutzen des Angebots. Ehrenamtliche und Praktikanten engagierten sich und fänden so oft Orientierungshilfe für die spätere Berufswahl. Und die Kinder können ihr kreatives Potenzial ausleben, Freundschaften schließen und das Gruppenerlebnis genießen. „Wir wollen die Kinder aus ihrer passiven, oft nur konsumierenden Haltung herausholen“, so Wiesenhütter. Etwa 500 Kinder werden vom SAK in der Ferienzeit pro Woche betreut, rechnet er vor. Neben dem Spielbus gibt es auch noch das Sprachcamp sowie ein Ferienprogramm an der Neumattschule. Künftig sollen weitere kreative Angebote angedockt werden, die aus Platzgründen aber nicht alle im Alten Wasserwerk stattfinden können. Darüber wird mit der Stadt noch diskutiert.
Trotz des steigenden Bedarfs resümiert Thomas Wipf, Fachbereichsleiter Jugend/Schulen/Sport, am Ende der Tour: „Ein solch themenspezifisches Kursangebot für Kinder wie in Lörrach geht weit über das Übliche hinaus.“


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